Vattenvall SwimCup 2009

Erwachsene Sportler im Stimmbruch, eine Jonglage-Show in der Innenstadt Esbjergs, nach 2008 bereits der zweite Weltrekordversuch oder auch ein geheimer Zusammenschluss des Gastgebers - wenn die Schwimmer der Einheit zum europaweit größten Wettkampf an die dänische Nordseeküste fahren, ist nichts normal.

Wie in den letzten Jahren auch traten wir die Reise als Team Westsachsen mit Sportlern aus Chemnitz, Zwickau, Plauen, Freiberg und Limbach an. Für unseren Verein gingen dabei Dirk, Tim, Martin, Andrew, Kurt, Ruud, Olli, Robert, Joshua, Eric, Max und Pia an den Start. Vincent und- zum zweiten Mal in Folge, Josi waren die Pechvögel und fielen verletzt aus. Außerdem begleitete uns Jan in ganz offizieller Funktion; er trug innerhalb der nächsten Tage eines der markanten grell-orangen T-Shirts und stellte somit den Kampfrichter unserer Mannschaft.

Die Fahrt begann bereits in der Nacht des 21.05. am Chemnitzer Busbahnhof und schon hier wurde die Nervosität einiger Teilnehmer vor diesem Großereignis deutlich. Einige sprangen unentwegt hin und her oder redeten die gesamte Zeit über unentwegt, andere überraschten mit der Frage: "Wie? Wir brauchen einen Schlafsack?" und mussten als Folge dessen noch einmal nach Hause fahren. Doch schließlich war alles geklärt und der Bus brachte die Schwimmer in den Schlaf und gleichzeitig Stück für Stück in Richtung Esbjerg.

Dort empfing uns am frühen Nachmittag ein wolkenverhangener Himmel. Nach dem obligatorischen Auspacken in der Turnhalle der Blabjergardsskolen stand eigentlich ein Fußballspiel auf dem Plan. Dieses musste jedoch nach der Anfangsphase, die die Sportler des ESC durch Traumflanken und Toppabschlüsse klar für sich entscheiden konnten, aufgrund eines starken Regengusses abgebrochen werden. So wurde letzten Endes auch mit Schirm und unter einem Dach gegrillt. Trotzdem wurden selbstverständlich alle satt und konnten zufrieden ins Bett gehen, um sich auf den ersten Wettkampftag vorzubereiten.


Dieser startete exakt 5:30Uhr und nach einer kurzen Wachschlafphase verteilten sich die Sportler je nach Altersklasse auf eine der drei Schwimmhallen Esbjergs. Die Kleinen gingen nach Verstervang, die Mittleren ins CVU (besser bekannt unter dem alten Namen Seminariet) und alle Anderen und somit auch die Schwimmer der Einheit ins Svommestadion, wo abends auch die Finalläufe stattfanden. Doch schon bei den Vorläufen herrschte eine großartige Stimmung und Spannung ohne Ende. So gab es eine Menge Qualifikationen für das Finale, zudem gewann die 4*50m Freistil Staffel des Team Westsachsen den dritten Platz.

Zwischen dem Vormittags- und Nachmittagsabschnitt gab es mehrere Stunden Pause, in der alle Teilnehmer Freizeit hatten. Während sich einige von den anstrengenden geschwommenen Strecken erholten und in der Schwimmhalle verblieben, gingen andere eine Runde in die Innenstadt Esbjergs. Dort betätigte man sich versuchsweise als Straßen-Jongleure, was zwar viel Aufmerksamkeit, jedoch weniger Applaus einbrachte.

Das Finale begann wie gewohnt mit einer Light- and Soundshow nach der offiziellen Begrüßung. Doch anschließend startete das Spektakel erst richtig. Da in fast jedem Finale Schwimmer des Teams aus Westsachsen beteiligt waren und diese selbstverständlich auch immer kräftig angefeuert wurden, hallte schon bald der Kultspruch: "West West- Westsachsen" in Dauerschleife durch die Halle. Max vertrat die Einheit mit einem sehr guten siebten Platz über 100m Lagen, andere unserer Sportler waren dagegen knapp in den Vorläufen gescheitert und konnten deswegen nicht an den Start gehen.


Der Samstag hatte erneut einiges an Höhepunkten zu bieten. Zunächst versuchte sich Olli aufgrund eines Meldefehlers am 100m Freistil-Weltrekord, den er letztendlich jedoch knapp verpasste. Besser machte es dann am Abend die 8*25m Freistil Staffel Westsachsens, die sich in einem hauchdünnen und an Spannung nicht mehr zu überbeitenden Schlussspurt vor der Mannschaft von A6 durchsetzen konnte. Zudem gab es aus Sicht der Einheit erfreuliche Finalteilnahmen durch Pia, Andrew, Kurt und erneut Max.


Auch am dritten und bereits wieder letzten Wettkampftag gingen alle Teilnehmer noch einmal an ihre Grenzen und schwammen eine Menge neuer Bestzeiten. Max erfüllte sich schließlich noch sein Ziel, welches er bei seinen ersten beiden Finalteilnahmen verpasst hatte: Über 100m Brust wurde er mit einer 1:16,24 zweiter seiner Altersklasse und bescherte dem ESC die einzige Medaille 2009. Das Teamwestsachsen holte auch in der Mannschaftswertung insgesamt die meisten Punkte, allerdings schlossen sich die gastgebenden Vereine WestSwim Esbjerg und SwimTeam Esbjerg zusammen, was laut einer dänischen Regel sogar zulässig ist, und verwiesen Westsachsen dadurch noch auf den zweiten Rang. Doch natürlich ließen wir uns davon nicht die Stimmung vermiesen und feierten den Erfolg. Einige konnten als Folge dessenleider nicht mehr normal reden und mussten auch in den nachfolgenden Tagen flüstern, um ihre Stimme zu schonen.


Insgesamt gesehen war der Wettkampf für das gesamte Team Westsachsen, aber auch für die Teilnehmer der Einheit ein großer Erfolg. Es gab eine Menge persönlicher Bestzeiten, drei neue Vereinsrekorde und durch Max auch eine phänomenale Medaille. Doch auch für alle anderen Sportler, bei denen es nicht so überragend lief, war zumindest die Atmosphäre und die Stimmung eine Reise wert und mit Sicherheit steigern sie freiwillig ihr Trainingspensum, alleine um 2010 wieder mit dabei zu sein und dann wieder lauthals mitzusingen: "Eine Straße, mit vielen Bäumen..."


Bericht erstellt von: Kurt Pflugbeil



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